Markus, was verbirgt sich hinter diesem Begriff „Raumgestaltung“?
Markus Merz: Was mir wirklich wichtig ist, das kann ich ja nicht einfach „machen“. Ich finde, das ist wie mit Räumen: Die kann ich gestalten und schön machen. Doch was in ihnen dann stattfindet, bleibt unverfügbar. Die Voraussetzungen dafür, dass etwas gelingt, dass sich etwas ereignet, die kann ich schaffen.
Du verbindest in Deiner Weiterbildung gewaltfreie Kommunikation mit Spiritualität. Wie kam es zu dieser Verbindung?
Markus Merz: Ich bin davon überzeugt, dass es Spiritualität nicht ohne ein Bewusstsein für Kommunikation gibt. Wer sich für die Dimension Gott öffnet, ist mitten in einem Prozess der Wahrnehmung, des Fühlens und des Hörens. Gerade von der Gewaltfreien Kommunikation lässt sich dabei eine ganze Menge lernen.
Welche konkreten Kompetenzen nehmen Teilnehmende aus deiner Weiterbildung mit?
Markus Merz: Als Raumgestalter oder Raumgestalterin wirft man einen anderen Blick auf das eigene Hören, Reden und Handeln. Gespräche werden anders geführt, Unterbrechungen zugelassen – Pausen und Stille aktiv gesucht. So entstehen Räume, in denen sich Verbindung ereignen kann: durch Sprache, Haltung und Wahrnehmung.
Wie ist der Kurs aufgebaut?
Markus Merz: Die Weiterbildung besteht aus drei Säulen: sechs Online-Kursabenden mit jeweils einer Einführung in das Thema; Online-Kleingruppen dazwischen, um sich miteinander auszutauschen; sowie zwei Präsenztage im Geistlichen Zentrum auf dem Schwanberg – zum Üben und zum Feiern.
Woran merken Teilnehmende der “Spirituellen Raumgestaltung” selbst, dass sie sich im Laufe dieser mehrmonatigen Weiterbildung entwickelt haben – gibt es typische Aha-Momente, die du beobachtest?
Markus Merz: Wenn die Teilnehmenden beginnen, sich selbst als Raumgestalter:innen zu verstehen merken sie: Das Ergebnis hat niemand im Griff aber für die Voraussetzungen tragen wir Verantwortung. Das ist so ein Ineinander von Begrenzung und Ermächtigung.
Wenn jemand gerade überlegt, ob diese Weiterbildung „dran“ ist: Was würdest du dieser Person mitgeben – worauf darf sie sich freuen, wenn sie sich anmeldet?
Markus Merz: Es entwickelt sich eine kleine Gemeinschaft – was tatsächlich auch online gut klappt. Das macht Spaß. Wir feiern gemeinsam, wenn wir wieder einmal in ein Missverständnis tappen und es jetzt aber merken oder wenn Gelerntes einfach ausprobiert wird. Und wir freuen uns richtig darauf, wenn wir uns dann auf dem Schwanberg in Präsenz kennenlernen.
Termine 2026
Die Weiterbildung kombiniert sieben Online-Abende mit Präsenztagen im Evangelischen Kloster Schwanberg:
- Online (montags, 18:00–19:30 Uhr): 14.09. / 28.09. / 12.10. / 26.10. / 09.11. / 23.11. / 07.12.2026
- Kleingruppentermine: nach Vereinbarung
- Präsenzkurs im Evangelischen Kloster Schwanberg: Mo, 14.12. bis Mi, 16.12.2026
Kosten: Kursgebühr 300 €; Unterkunft und Verpflegung 196 € (Teilnahme nur in Verbindung mit dem Präsenzkurs möglich).
Weitere Informationen und Anmeldung hier.
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