Seit der Einführung von ChatGPT 2022 hat Künstliche Intelligenz (KI) rasant an Bedeutung gewonnen – auch im Alltag junger Menschen. Ob für Präsentationen, Bilder oder Unterhaltung: KI ist für viele Jugendliche ein selbstverständliches Werkzeug.
Laut der JIM-Studie 2024 kennen fast alle 12- bis 19-Jährigen ChatGPT, über die Hälfte (57 %) hat es bereits genutzt – Tendenz steigend mit dem Alter. Ein Viertel setzt darüber hinaus andere KI-Anwendungen ein, etwa die Snapchat-KI, Google KI oder DALL·E. Insgesamt haben bereits 62 % der Jugendlichen Erfahrungen mit KI gemacht. Besonders häufig kommt KI für schulische Zwecke (65 %), wie etwa Hausaufgaben, zum Einsatz – vor allem bei Oberstufen-Schüler:innen und Gymnasiast:innen.
Möglichmacher für Lernen & Kreativität
KI kann jedoch weit mehr als Texte schreiben. Jugendliche nutzen sie auch zur Ideenfindung, zum Strukturieren oder zur Bildgestaltung. Über die Hälfte der Nutzer*innen verwendet sie „zum Spaß“, 43 % zum Informieren, ein Drittel zur Problemlösung. KI wird so zum kreativen Impulsgeber – und kann Teil von Empowerment-Prozessen in der Jugendarbeit sein.
Zwischen Fake und Fact
Mit den technischen Möglichkeiten wachsen die Herausforderungen: Wie erkennt man KI-Desinformation? Welche Werte spiegeln sich im Code wider? Wie wirkt KI auf unser Menschenbild? Die kritische Auseinandersetzung gehört heute zur digitalen Grundbildung – und sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Jugendarbeit ist ein wichtiger Raum, um junge Menschen im Umgang mit KI zu begleiten – nicht mit technischem Detailwissen, sondern mit Haltung. Ziel ist nicht Kontrolle, sondern Medienkompetenz: die Fähigkeit, digitale Werkzeuge souverän und reflektiert zu nutzen. Dazu gehört: Was ist fairer, verantwortungsvoller KI-Einsatz? Wie nutze ich KI kreativ – ohne blind zu vertrauen? Laut der JIM-Studie 2024 interessieren sich über die Hälfte der Jugendlichen für das Thema – das zeigt: Es gibt einen pädagogischen Anker.
Zukunft gemeinsam gestalten
Das Studienzentrum Josefstal unterstützt Fachkräfte dabei, KI in ihrer Arbeit mit jungen Menschen sinnvoll einzusetzen. In unseren Fortbildungen geht es um pädagogische Chancen, ethische Fragen und alltagsnahe Praxis – damit Jugendarbeit zu einem Ort wird, an dem junge Menschen Kompetenzen für eine digitale Lebenswelt entwickeln können. Denn: Wer heute Jugendarbeit gestaltet, gestaltet auch digitale Zukunft – und sollte die Werkzeuge kennen, mit denen junge Menschen sie schon heute formen.
Fortbildungsangebot: Der Kirchliche KI-Führerschein
Der Kirchliche KI-Führerschein vermittelt kirchlichen Mitarbeitenden das nötige Rüstzeug, um die digitale Lebenswelt kompetent mitzugestalten. Im Mittelpunkt stehen Wissen, Haltung und praktische Fähigkeiten im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Teilnehmende lernen zentrale Begriffe kennen, diskutieren Chancen und Risiken und entwickeln eine reflektierte Haltung für den eigenen Arbeitskontext. Ein begleitendes Praxisprojekt sorgt dafür, dass das Gelernte direkt ausprobiert und in den Alltag übertragen werden kann. Aufgebaut ist die Fortbildung modular, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – die Teilnehmenden lernen im eigenen Tempo, in Austausch mit einer Gruppe und erfahrenen Referent:innen. Am Ende steht ein Zertifikat, das die erworbenen Kompetenzen dokumentiert und die Anwendung von KI im kirchlichen oder pädagogischen Kontext sichtbar macht.
Das nächste Grundmodul startet am 20. Januar 2026. Weitere Informationen und Anmeldung hier.

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